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Kunstmuseum Winterthur:

Carl Blechen

Amalfi-Skizzenbuch, 1829

Blechen_Amalfi

Carl Blechen
Amalfi-Skizzenbuch, Besonnte Bäume in Amalfi, 1829
Akademie der Künste, Berlin

Der Aufenthalt in Amalfi im Frühsommer 1829 bildet den unbestrittenen Höhepunkt von Carl Blechens Italienreise und zeitigte mit dem sogenannten «Amalfi-Skizzenbuch» eines der faszinierendsten Dokumente der europäischen Landschaftskunst des 19. Jahrhunderts.

In den steilen Schluchten und schroffen Felswänden der dicht bewachsenen Täler an der Amalfiküste fand Blechen eine Natur vor, die seiner eigenen, emotional aufgewühlten Künstlerseele zutiefst entsprach.

Die hier gezeigte Auswahl einiger der spektakulärsten Blätter dieser Schaffenszeit offenbart eine zeichnerische und malerische Freiheit, die ihrer Zeit weit voraus war. Mit verblüffender Sicherheit warf er die Landschaften meist mit flüssigem Pinsel in Sepia oder Aquarell aufs Papier. Das Hauptthema dieser Blätter ist das Licht des Südens in all seiner unerbittlichen Härte.

Blechen meisterte hier wie kein Zweiter die Kunst der Aussparung: Oft bleibt das weisse Papier unberührt, um das gleissende, blendende Sonnenlicht darzustellen, während wenige, kräftige Pinselzüge daneben tiefdunkle, fast abstrakte Schlagschatten setzen. In Skizzen wie den Ansichten des Mühlentals oder den dichten Baumgruppen bricht er die Formen der Natur in Hell-Dunkel-Kontraste auf, die bereits die Bildsprache der Moderne vorwegnehmen.

Diese Blätter sind keine vorbereitenden Skizzen im klassischen Sinn, sondern unmittelbare, hochenergetische Protokolle einer reinen Seherfahrung – gezeichnet aus Licht, von einer Modernität, die bis heute unmittelbar elektrisiert.